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           Grafschaft Veldenz



Childebert II. König der Franken schenkte im Jahre 590 n. Chr. ein Krongut an der Mittelmosel - die nachmalige Grafschaft Veldenz - "des Weines wegen" dem Domkapitel von Verdun namentlich dem Bischof Agericus, seinem Oheim. Hierzu gehörten die Orte Veldenz, Mülheim, Dusemond (heute Brauneberg), Burgen, Andel und Gornhausen.
Die unmittelbare Verwaltung des Gutes an der Mosel war der Entfernung wegen nur eingeschränkt möglich. Also wurden Vögte eingesetzt. Weil aber Verdun weit weg war, konnten diese Vögte viele Entscheidungen treffen, ohne den eigentlichen Eigentümer vorher in Kenntnis zu setzen. Ihre Selbstständigkeit wuchs. Letztlich führte die Entwicklung hin zur selbstständigen Grafschaft Veldenz, zu der zeitweise 120 Städte und Dörfer gehörten. . Schon ca. 500 v. Chr. siedelten Treverer (ein keltisch-germanisches Mischvolk) in unserem Raum. Sie lebten und arbeiteten in den fruchtbaren Tälern - für Zeiten der Not und Gefahr jedoch bauten sie sog. Fliehburgen auf meist unzugänglichen Felspartien. So auch in Veldenz. Der Bergrücken, auf dem Sie heute Schloss Veldenz sehen können, wurde zuerst bewohnt von den Kelten, dann von den Römern, anschließend den Franken, den Grafen von Veldenz, hierauf den Truppen Ludwigs XIV, den Soldaten Napoleons, ab 1803 von der Familie Richter aus Mülheim und heute von einer Familie aus dem Trier.
Das Geschlecht der Grafen von Veldenz starb 2 mal in männlicher Linie aus und entwickelte sich durch Heirat zur Wittelsbacher Seitenlinie im Herzogtum Pfalz / Veldenz / Zweibrücken. Seit 1444 sind hierdurch in unserem Wappen der Veldenzer Löwe und die bayerischen Rauten vereinigt.
Natürlich blieben auch Konflikte um die Rechtmäßigkeit von Landbesitz nicht aus. Hier sei nur die Fehde Ludwigs I v. Veldenz erwähnt, der um 1460 etliche Kriege gegen Kurfürst Friedrich führte, weil er dessen Lehenshoheit nicht anerkannte.
Schon Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Grafen von Veldenz und damit auch ihre Untertanen evangelisch (lutherisch). Der bekannteste Veldenzer Graf Georg Hans regierte bis 1593, meist in Lützelstein, was als lütter (kleiner) Stein verstanden werden kann und ins französische übersetzt "La Petite Pierre" heißt. Hier finden Sie die Wurzeln der Partnerschaft zwischen Veldenz und La Petite Pierre im Elsaß.
Der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648 hinterlässt die kleine Grafschaft Veldenz in verwüstetem und überschuldetem Zustand. Die Heere von Ludwig XIV. überfallen 1673 das Land. Das Veldenzer Fürstenhaus erlischt und kommt durch Erbschaft 22 Jahre lang (bis 1798) mit der Pfalz zu Bayern. Nun überfielen die Truppen Napoleons unser Land. Grund- und Hausbesitz von Klöstern, Kirchen, Stiften und der des Adels wurden als Nationaldomänen verstaatlicht und später z. T. versteigert. So kam auch Schloss Veldenz 1802 oder 1803 in den Besitz einer Kaufmannsfamilie Niesen aus Mülheim, deren Nachkommen, die Familie Richter, noch heute ansässig in Mülheim, bis 1995 Eigentümer blieb. 1995 verkaufte die Familie ihr Schloss an Privatleute aus Trier.
Den Grafen von Veldenz verdanken wir auch das Wahrzeichen des Kreises Kusel, die Burg Lichtenberg. Zunächst ein klarer Fall von Bauen ohne Genehmigung, begonnen um 1200 von Gerlach III., hatte die Burg ihre höchste Bedeutung als Sitz des Oberamtes.



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