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                                      Wilhelm Senn (1803-1845)



1816 waren die Pfälzer ohne ihr Zutun Bayern geworden. Sie wollten ihre freiheitlichen Errungenschaften, wie man sie heute bezeichnen würde, auf keinen Fall preisgeben und machten sich im Gegenteil dafür stark, diese demokratische Institution für alle Deutschen zu erreichen. So wurden die Pfälzer für die Regierung in München zu unbequeme Untertanen.
Als man erkennen musste, dass München die garantierten Freiheiten des Rheinkreises nicht unangetastet lassen wollte, erreichte die Unzufriedenheit 1832 ihren Höhepunkt.
An einem Maisonntag versammelten sich über 20 000 Menschen auf der alten "Kästenburg" unweit der kleinen Winzergemeinde Hambach trotz aller bayerischen und preußischen Schikanen, die dieses Treffen verhindern wollten. Über 20 Reden wurden gehalten, deren Inhalt auf die kurze Formel gebracht werden konnte: Deutschlands Wiedergeburt als Einheit und Freiheit.
Die Pfälzer waren stolz darauf, dass diese Bewegung zur deutschen Einheit sich gerade in der Pfalz abspielte. Ein Bockenheimer war ein aktiver "Hambacher". Wenige kennen ihn und keine Straße trägt seinen Namen. Wilhelm Senn wurde als Sohn des Großgrundbesitzers Georg Philipp Senn 1803 in Großbockenheim geboren. Nachdem er sein Theologiestudium absolvierte hatte, hielt er sich als Predigtamtskandidat in Grünstadt auf. Hier gehörte er zu den Liberalen und zog mit auf das Hambacher Fest, nachdem er die feierliche Protestschrift mit unterzeichnet hatte.
Wie schlimm aber war das Ende! Alle Unterzeichner wurden vor den Richter zitiert und einem peinlichen Verhör unterzogen. Senn musste jeden Tag mit seiner Verhaftung rechnen und setzte sich nach
Le-Havre ab. Weil sein Vaterland für ihn verschlossen blieb, wanderte er nach Amerika aus.
20 Jahre versuchte der Professor, als Prediger, Deutschlehrer und zuletzt als Farmer heimisch zu werden.
Allen Hoffnungen und Wünschen, in die Pfalz zurückzukehren, kam der Tod zuvor. Senn starb 1845 in Cincinnati.



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