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           Modern Sound Big Band










Nachdem sich schon längere Zeit einige Männer, so die Herren Rudolf Trundt und Ernst Stein, mit dem Gedanken befasst hatten, einen Spielmannszug ins Leben zu rufen, fand nach zwei vorausgegangenen Aussprachen am 27.10.1965 in der Gaststätte Emichsburg die Gründerversammlung statt. Dass die Initiatoren zuvor erfolgreich bei weiten Kreisen der Bevölkerung großes Interesse geweckt hatten, geht aus der Tatsache hervor, dass das Lokal bis auf den letzten Platz gefüllt war, wobei auch Bürgermeister Keidel, Herr Amtmann Niederberger und einige Herren des Gemeinderates zugegen waren. Als Vorstandsmitglieder gewählt wurden damals Karl-Heinz Böll, Rudolf Trundt (Vorstand), Karl Martin (technische Gesamtleitung), Peter Mattern, Adolf Wagner, Erwin Knerr, Bürgermeister Keidel, Ernst Stein, Emil Wagner, Kurt Sann, Friedel Schmidt, und Helmut Spieß (Ausbilder). Die Gründer sahen sich in der Folgezeit vor zahlreiche schwierige Aufgaben gestellt, so galt es unter anderem die Satzungen auszuarbeiten. Dank großzügiger Unterstützung durch die Gemeinde und den Landkreis, konnte der "Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bockenheim" bald die notwendigen Instrumente und das Notenmaterial erwerben:
24 Querflöten, 12 Marschtrommeln, 8 Naturfanfaren, 4 kleine Landsknechttrommeln, 1 Pauke, 1 Paar Becken, 1 Lyra.
Der zu Beginn siebzig Aktive zählende Verein, machte unter der Leitung von Karl Martin uND Helmut Spieß rasch erstaunliche Fortschritte, wenn man bedenkt, dass der größte Teil über keinerlei musikalische Grundkenntnisse verfügte. Ein Ständchen zum Geburtstag des Bürgermeisters am 1.3.1966 war gleichzeitig der erste Auftritt in der Öffentlichkeit. Schon acht Wochen später, am 1. Mai, konnte der später zur Tradition gewordene Weckruf in Bockenheim durchgeführt werden. Mit drei einstudierten Märschen wagte man sich im gleichen Jahr auf das erste Musikfest nach Reichenbach (Westpfalz). Im zweiten Jahr seines Bestehens war der Zug bei mehreren Festen und Umzügen in der näheren und weiteren Umgebung zu Gast und überall gern gesehen.
1968 bekam jeder Aktive ein weißes Hemd, eine dunkle Hose, eine Krawatte, eine Koppel und eine weinrote Jacke mit dem Wappen Bockenheims.
Die folgenden Jahre verliefen sehr harmonisch bis 1972 die anfängliche Begeisterung ins Gegenteil umschlug. Der Verein , mittlerweile auf 45 Mitglieder geschrumpft, stand vor seiner ersten Bewährungsprobe. Nach einer gründlichen Analyse zog die Vorstandschaft Konsequenzen. Mit personellen Änderungen im Ausbildungsbereich, neuen Instrumenten und einer moderneren Musikrichtung (Rock around the Clock - Let`s twist again - Rivers of Babylon) führten die Verantwortlichen den Zug wieder aus der Krise. Die abgetragenen weinroten Jacken wurden durch neue Landsknechtuniformen ersetzt. Diese Investition (25.000 DM) konnte der Verein nur durch großzügige Spenden der Bockenheimer Bürger tätigen. Gleichzeitig mit der Uniform wurde auch eine Standarte eingeweiht, die von der Familie Barth aus Bockenheim selbst angefertigt worden war.
Ende der siebziger Jahre erlebte der Zug, der sich fortan "Spielmanns- und Fanfarenzug "modern fanfares" Bockenheim" nannte, musikalisch eine sprunghafte Entwicklung. Von nun an gehörte man zu den beliebtesten Fanfarenzügen in Rheinland Pfalz, dokumentiert durch zahlreiche Ehrungen bei Musikwettstreiten (Saarlandmeister 1980, 3. Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 1983, 2. Platz bei den Rheinlandpfalzmeisterschaften).
1980-1985 waren die kameradschaftlichen und musikalischen Höhepunkte der mittlerweile 20-jährigen Vereinsgeschichte, obwohl sich unmerklich ein verstärkter Aktivenschwund abzeichnete. Von nun an setzten sich die "modern fanfares" neue Ziele. Unter der Leitung der verantwortlichen Ausbilder Markus Riester und Bernd Schneider versuchte man die "Fanfarenstrukturen" abzulegen und den Übergang zum anspruchsvolleren Orchester zu schaffen. Über 30.000 DM wurden investiert um den Zug mit modernen zeitgemäßen Instrumenten zu bestücken und somit den Grundstein für eine gesicherte Zukunft zulegen. Um der Personalmisere zu begegnen, versuchte man Kinder im Alter ab sechs Jahren anzuwerben und an den Verein zu binden. Die Saison 1991 konnte man bereits mit neu einstudierten Musikstücken bestreiten, obwohl sich die Umstellung von den alten ES-Instrumenten auf die neuen B-Instrumente als sehr schwierig darstellte. Was jetzt noch fehlte war ein richtiges Outfit, wofür nochmals 15.000 DM investiert wurden. In neuem Glanz präsentierten sich die "modern fanfares" am 3.Oktober 1991 in der Emichsburghalle. Es war einer der besten und schönsten Auftritte der Vereinsgeschichte. Eigentlich wollte man diese Veranstaltung nur einmal durchführen, die Resonanz beim Publikum war aber so gut, dass man seit dieser Zeit im Abstand von zwei Jahren ein solches Konzert veranstaltet, welches unter dem Namen "Musik ist Trumpf" bekannt ist.
1992 - 1994 baute man drei Saxophone und ein Xylophon ein und was keiner so recht glauben wollte war geschafft, man hatte ein Orchester mit Big Band Besetzung. In dieser Zeit arbeitete man sehr eng mit der Musikschule "Leininger Land" in Grünstadt zusammen. Jedes neue Mitglied durchlief dort eine einjährige Grundausbildung. In den beiden darauffolgenden Jahren wurde weiter mit Erfolg an der musikalischen Qualität gearbeitet. Zwei weitere Saxophonisten konnte man in den Verein integrieren, die erste Reihe war jetzt mit 3 Tenor- und 2 Altsaxophonen besetzt und man konnte den "Original Big Band Sound" einstudieren.
Nach der Feier zum 30jährigen Bestehen (1995) wurde etwas in Angriff genommen, an das, bis auf zwei Personen keiner recht glauben wollte. Die "modern fanfares" produzierten die erste CD ihrer Vereinsgeschichte. Zwei Personen standen hier besonders im Vordergrund, Bernd Schneider (zu der Zeit 2. Vorsitzender) und Markus Riester (musikalischer Leiter). Firmen aus der näheren Umgebung, die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, die Ortsgemeinde Bockenheim und die Idee, das Interessenten CD`s vorbestellen konnten, deckten das finanzielle Risiko ab. Mit dem APN Tonstudio war der richtige Partner für die Produktion gefunden, auch über die Auswahl der Musikstücke war man sich sehr schnell einig. Am 13.Juli 1996 wurde die CD mit dem Titel "Here we are" mit einer großen Präsentationsfeier am "Haus der deutschen Weinstraße" vorgestellt.
Angespornt von der erfolgreichen CD traute man sich jetzt an Musikstücke mit höherem Schwierigkeitsgrad und man überlegte auch, sich instrumental zu verstärken. So konnte seit 1997 ein 2. Susaphon, eine weitere Posaunenstimme, ein Baritonsaxophon und einen E-Bass ins Orchester integriert werden. Es war auch das Jahr in dem man den Vereinsnamen der musikalischen Richtung angepasst hat. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17.07.19997 wurde der Vorschlag der damaligen Schriftführerin Lieselotte Jung angenommen und der Name des Vereins in "Modern Sound Big Band Bockenheim e. V." geändert. Bis auf zwei Stimmenthaltungen haben alle Anwesenden für diese Namensänderung gestimmt.
Im Prinzip war alles geschafft was man sich die letzten Jahre vorgenommen hatte, nur einen Wermutstropfen gab es noch: Seit der Gründung des Vereins 1965 absolvierte man die Übungsstunden in der Emichsburghalle, ehe 1985 der Keller einer ortsansässigen Kaugummifabrik angemietet wurde. 20 Jahre später stellte dieser Raum keine standesgemäße Unterkunft für den Verein mehr dar. Die Wände wurden porös, der Schimmel setzte sich überall fest, im Winter konnte man den Raum kaum heizen und im Sommer, wenn es stark regnete verwandelte sich der Eingangsbereich in einen kleinen See, der nur mit einer selbst gezimmerten Brücke zu überwinden war. Es war untragbar, auch aus gesundheitlichen Gründen, weiter diesen Keller zu nutzen. Es musste eine neue Unterkunft für die Musiker gesucht werden. Mitte 1998 erwarb die Gemeinde unter Bürgermeister Horst Kern die ehemalige Raiffeisenhalle und bot dem Verein ein Drittel des Gebäudes zur Nutzung an. Im Gegenzug sollten die erforderlichen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen in Eigenleistung erbracht werden. Allerdings musste dies vom Gemeinderat entsprechend abgesegnet werden, denn nicht alle Gemeinderatsmitglieder waren sich darüber einig. Innerhalb der "Modern Sound Big Band" herrschte große Begeisterung und Bereitschaft. Es wurde innerhalb kürzester Zeit ein Konzept zur Finanzierung und zum Ausbau erarbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt. Die Finanzierung stand auf gesunden Füßen, war jedoch auch sehr von einem  Zuschuss der Ortsgemeindeverwaltung abhängig. Nicht zuletzt die professionelle Vorbereitung überzeugte die Mehrheit des Gemeinderates dem Antrag zuzustimmen (Beschluss v. 20.Febr.1998). Dies war nicht zuletzt durch die vorbehaltlose Unterstützung von Ortsbürgermeister Horst Kern möglich geworden. Mittels eines Nutzungs- und Kooperationsvertrages wurde dies formaljuristisch dokumentiert. Ebenso wurde der erwartete Zuschuss bewilligt. In der Jahreshauptversammlung am 13. März 1998 wurde der Vertrag gemeinsam mit dem Bürgermeister unterzeichnet und schon am nächsten Tag begannen die Umbauarbeiten. Insgesamt wurden von 30 Helfern in 9 Monaten über 2500 Arbeitsstunden geleistet, ehe im Dezember 1998 unter großem Interesse der Öffentlichkeit, die Einweihung stattfand. In Anwesenheit des Verbandsbürgermeisters Ackermann, des Ortsbürgermeisters Horst Kern und den Beigeordneten Sorge und Wöhrle wurde das "Karl Martin Haus" seiner Bestimmung übergeben.
Am 13.04.1999 verstarb das Gründungsmitglied Karl Martin (1918-1999). 34 Jahre prägte der Ehrenvorsitzende nachhaltig den Verein und drückte ihm seinen Stempel auf.
Im Jahr 2000 blickte die "Modern Sound Big Band" auf 35 Jahre ihres Bestehens zurück. Eine stolze Zahl für alle Mitglieder, besonders für diejenigen, die den Verein im Herbst 1965 aus der Taufe gehoben haben. Viel dieser Mitglieder gehören heute noch als passive, einer (Friedel Michel) sogar noch als aktives Mitglied der "Modern Sound Big Band" an.
Natürlich war der Verein im Laufe der vergangenen 35 Jahre nicht nur auf dem musikalischen Gebiet aktiv. Bereits im ersten Jahr des Bestehens veranstaltete man zur Förderung der Kameradschaft ein "kleines Hähnchenessen", welches ein durchschlagender Erfolg wurde. Daraufhin zog man das Ganze ein Jahr später viel größer auf. Man lud einige Gastspielmannszüge ein und nannte diese Veranstaltung "Sommernachtsfest", welches sich im kulturellen Leben Bockenheims einen festen Platz eroberte. Es erreichte 1979 seinen Höhepunkt, als neben dem großen Vergnügungspark ein fast 2000 Personen fassendes Zelt stand. Dies war auch nötig, denn man hatte in zwei Tagen immerhin 36 Spielmannszüge und Fanfarenzüge zu Gast. In den Jahren 1987-1989 wurde das Fest im Innenhof des Schlossgutes Janson veranstaltet. Inmitten von Weinfässern und umgeben von historischen Gemäuern, gewann das Fest sehr viel an Gemütlichkeit und erlebte einen enormen Publikumsansturm. Die wunderbare Atmosphäre wurde jedoch jäh zerstört, als am 28. Mai 1989 um 0 Uhr 45, verursacht durch Brandstiftung, die Jansonsche Scheune in hellen Flammen stand und völlig ausbrannte. Der zweite Tag des Sommernachtsfestes wurde daraufhin abgesagt. Aufgrund dieser Ereignisse wurde das Jubiläumsfest 1990, zum 25 jährigen Bestehen des Vereins, wieder auf dem Bockenheimer Festplatz in einem Festzelt gefeiert. Durch die musikalische Umstellung zum Big Band Stil wird mittlerweile das Sommernachtsfest als Fanfarenzugtreffen nicht mehr veranstaltet. Um sich aber weiterhin in der Ortsgemeinde zu präsentieren, wird regelmäßig ein Konzert unter dem Motto "Musik ist Trumpf" durchgeführt. Am 22 Oktober 2001 zeigte sich der Verein für die Gestaltung und Durchführung des "Bunten Abends" am Bockenheimer Winzerfest verantwortlich. Zur Zeit absolviert man ca. 20 Einsätze pro Jahr. Ohne zu übertreiben kann man die "Modern Sound Big Band" als größtes, wenn nicht im Moment sogar einziges Aushängeschild Bockenheims bezeichnen.

Seit der Gründung im Jahre 1965 waren folgende Herren für die Vereinsführung verantwortlich:

1965-1966 Rudi Trundt (Gründungsvorstand)
1966-1967 Siegfried Reschke (gleichzeitig Gastwirt in der Emichsburg)
1967-1986 Karl Martin (gleichzeitig techn. Leiter - ab 1986 Ehrenvorsitzender)
1986-1996 Klaus Schäfer (jahrelang 2. Vorsitzender und Ausbilder)
ab 1996 Bernd Schneider (erst Ausbilder dann 2. Vorsitzender - aktiver Musiker)


www.modernsoundbigband.de


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