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           Karl Klingel

Wirtschaftliche Unzufriedenheit, die aus der hohen Arbeitslosigkeit entsprang und durch die Hungersnöte infolge der Missernten 1845 und 1846 noch gesteigert wurden, führte zu großen Unruhen. Im Jahr 1848 kam es in vielen Teilen Europas zu revolutionären Aufständen gegen die bestehenden Monarchien. Der Bauer Karl Klingel vertrat die demokratischen Grundsätze im Ort, theoretisch und praktisch, das letztere sogar recht handfest. Zwei Personen in Großbockenheim erschienen ihm zu regierungstreu und reaktionär: der Bürgermeister Zöller und der protestantische Pfarrer Christmann. Den ersteren wollte er zur Abdankung zwingen und als dieser sich weigerte, kam es zu Handgreiflichkeiten. Pfarrer Christmann, wanderte für einige Tage ins Gefängnis nach Frankenthal. Nur wenige Tage übte Klingel die obrigkeitliche Gewalt aus. Bald hatten die Preußen, die in Bockenheim einmarschiert waren, die alte Ordnung wieder hergestellt und Klingel musste seinerseits für zwei Jahre ins Gefängnis nach Zweibrücken.
In der Mitte der sechziger Jahre kam in Bayern eine liberale Regierung ans Ruder. Klingel hatte das Vertrauen seiner Mitbürger gewonnen und durfte nun die Gemeindeverwaltung als Bürgermeister über lange Jahre hindurch führen.
In dieser Zeit fallen durch seine Initiative zwei wichtige Entscheidungen, die für Bockenheim von eminenter Bedeutung waren:
Seiner Anregung war die Ordnung der Schulverhältnisse zu verdanken. Zusammen mit dem katholischen Geistlichen Josef Max von Vallade und dem protestantischen Pfarrer Frey, gelang die Errichtung der Simultanschule, als einer der ersten in der ganzen Pfalz. 1865 war ihr Geburtsjahr.
Drei Jahre später begannen die Verhandlungen, die den Bau der Eisenbahnlinie Grünstadt - Monsheim in Erwägung zogen. Klingel führte damals einen "Zweifrontenkrieg", zum einen gegen seine eigenen Dorfgenossen, die durch den Bahnbau um ihre Grundstücke fürchteten und zum anderen gegen die Nachbargemeinden des Eistals, welche die Bahn durch ihre Ortschaften geführt haben wollten. Der einzige Helfer Kingels, war wiederum Pfarrer von Vallade, der die besten Beziehungen zum Münchner Hofe und zu den Regierungsstellen hatte. Nach dem deutsch-französischen Krieg begann man mit dem Bahnbau und im März 1873 fuhr der erste Zug durch Bockenheim.

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