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           Gesangsverein 1847 Bockenheim e.V











Im Frühjahr 1847 tat sich die männliche Großbockenheimer Jugend zur Gründung eines Gesangsvereins zusammen, dem "Gesangsverein Liedertafel". Damals kannte man ein Wirtshausleben nur in den Städten. Auf dem Land gaben Freunde und Nachbarn sich in irgendeinem der zahlreichen Brennhäuser ein Stelldichein und bei einem Gläschen "Gebrannten" unterhielt man sich über Familienangelegenheiten, über gemeindliche Einrichtungen und Vorkommnisse, sowie über Getreide und Weinpreise. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch die Frage der Vereinsgründung an keinem anderen Ort entschieden wurde.
Im Brennhaus der Familie Zöller hielt der Verein, unter der Leitung des sangesfreudigen und musikverständigen Gerhard Kern, seine ersten Übungsstunden ab. Der erste Vorstand, war Hausbesitzer Nikolaus Zöller.
Die Begeisterung war so überwältigend, dass noch im gleichen Sommer eine Fahne mit der Farbe schwarz-rot-gold und der Aufschrift "Liedertafel Großbockenheim 1847" über der Sängerschar flatterte.
Bereits im darauffolgenden Jahr setzte man dem "provisorischen Banner" einen neuen zur Seite, der zusätzlich noch das Bild der "Loreley" trug. Feierlich überreicht wurde die Fahne durch Frl. Susanne Truschel im Hofe der Wirtschaft Rupp (später Karl Klingel).
Leider musste die Festfreude bald kriegerischem Lärm weichen. Die Wellen der Aufstandsbewegung brandeten auch in Bockenheims Mauern. Vor den anrückenden Preußen, barg man die Fahnen, deren erste eine Kugelspur aufwies, auf dem Kirchenspeicher, wo sie allerdings durch Ungeziefer schwer zu leiden hatten.
Danach folgte die Zeit der politischen Unterdrückung. Die Vereine wurden polizeilich verfolgt, überwacht oder gar gänzlich aufgelöst. Alle gemeinsamen Zusammenkünfte wurden verboten.
Erst im Jahre 1857 versuchte der alte Dirigent Gerhard Kern gemeinsam mit Schreinermeister Wilhelm Rösener, das Vereinsschiff wieder flott zu machen. Übungslokal war die Werkstatt des zuletzt genannten. Der alte Kern führte seine Schar mit glücklichem Gelingen bis ins Jahr 1866, bis der Kriegsausbruch abermals die Vereinstätigkeiten lahm legte.
1871 erwachte die Zunft unter Vorstand Ludwig Böll und dem gesangsliebenden Matthias Kullmer aufs Neue. Dirigent wurde nun der Kindenheimer Fr. Huppert. Das Übungslokal befand sich damals im Hause von Joh. Müller.
In der Folge trat ein Wechsel der Vorstandschaft häufiger ein, bis Mitte der siebziger Jahre unterlag die Steuerung des Vereinschiffes, dem Schreinermeister und Gastwirt Ludwig Lauermann . Er gewährte dem Verein bis zu seinem frühen Dahinscheiden 1878, in seinen Mauern ein Übungsheim.
Vom Herbst 1878 bis zum 1.April 1882 führte als Nachfolger des Dirigenten Huppert, Lehrer Weyerich den Dirigentenstab.
Bei seinem Rücktritt übernahm Georg Ammon das Amt, dass er dann am 1. Oktober 1884 in die Hände des Lehrers Franz Thines legte.
Die Vorstandschaft war inzwischen auf den Landwirt Johann-Georg Griebel, sodann auf den Landwirt Jakob Reck und im Januar auf den Landwirt Joh. Böll übergegangen.
Unter der Dirigentschaft von Georg Ammon fand die Weihe der dritten Fahne statt, die Frl. Maria Baum (später Frau Jakob) dem damaligen Fahnenjunker Friedrich Griebel mit poetischem Weihegruß übergab. Frau E. Stutzmann hatte sie mit bewundernswerter Kunstfertigkeit in Seide gestickt.
In dieser Epoche wurden zeitweise beachtliche Erfolge in der Öffentlichkeit erzielt.
Der erste Weltkrieg, dem fünf treue Mitglieder (Karl Gödtel, Rudolf Brehm, Ernst Böll, Ludwig Küstner und der Biedesheimer Johannes Sturm) zum Opfer fielen, machte dem Vereinsleben auf fünf Jahre hinaus ein Ende.
Im Herbst 1919 rafften sich die Heimgekehrten wieder auf, um mit dem Wiederaufbau des Vereins zu beginnen.
Von 1919-1921 übernahm Lehrer Jakob Merz die Leitung des Vereins, den Dirigentenstab führte Theodor Lauermann.
Unter Philipp Lauermann besuchte der Verein am 27.Juli 1909 den vom Gesangsverein "Harmonie-Worms" veranstalteten Wettstreit, wo es gelang den 4.Preis zu erringen.
Im folgenden Jahr, am 29.Mai 1910 errang man bei einem Gesangs-Wettstreit in Bürstadt den 3. Preis.
Philipp Lauermann führte auch den Anschluss des Vereins, an den großen Bruderbund des "Speyergauer Sängerbundes" herbei, welcher Schritt durch Ausschussbeschluss vom 13. Dez. 1921 genehmigt wurde.
Am 18.Juni 1922 feierte die Liedertafel ihr fünfundsiebzigjähriges Stiftungsfest unter der Mitwirkung mehrere auswärtiger Brudervereine. Die Jungfrauen Großbockenheims stifteten eine Fahnenschleife, übergeben von Frl. Emma Hartmann (später Schroth). Der "Speyergauer Sängerbund" widmete dem Jubelverein ein kunstvoll ausgeführtes Ehrendiplom.
Das Übungslokal musste im Laufe der Jahre häufig gewechselt werden. Aus dem Müller-schen Anwesen wanderten die Sänger in die Wirtschaft Karl Spieß (Jakob Böll) und schlugen dann für einige Zeit ihr Zelt bei Georg Böll auf. Schulhaus, Gemeindehaus, Wirtschaft Blasius und Jakob Böll, Wirtschaft Lauermann und abermals das Schulhaus, taten den Sängern ihre Pforten auf.
Am 22.Mai 1927 erhielt Joh. Schroth nach achtundvierzigjähriger Mitgliedschaft die goldene Ehrennadel des "Speyergauer Sängerbundes".
In guten und schlechten Tagen ist der Verein seinem Gründungszweck treu geblieben, gemeinnützig zu wirken, guten Chorgesang zu pflegen und dem deutschen Volkstum zu dienen. 1968 ging aus dem "MGV-Liedertafel" und dem später gegründeten Kleinbockenheimer "MGV-Frohsinn" der "Männergesangverein 1847 Bockenheim" hervor. Wenig später erfolgte die Umbenennung in GV 1847 Bockenheim e.V..
1969 wurde der gemischte Chor gebildet, der heute ("Januar 2004) aus 26 Sängerinnen und 12 Sängern besteht. Außerdem zugehörig sind 64 passive Mitglieder.
Der Verein präsentiert sich heute nach außen durch Liederabende, Matinées, Freundschafts- und Wertungssingen sowie durch das Mitwirken bei offiziellen örtlichen Anlässen. Auch ein vielfältiges Angebot an Freizeitaktivitäten wie Wanderungen, Ausflügen und Grillfesten bietet der gesellige Verein an. Er ist Mitglied des Pfälzischen Sängerbundes Sängerkreis Frankenthal-Grünstadt und Träger der Zelter-Plakette.
Unter der professionellen Förderung durch den heutigen Leiter Karl-Heinz Täffner, der besonders intensiv an einer ausdrucksstarken musikalischen Interpretation arbeitet, gelingt dem Chor ein beachtliches klangliches Niveau.
Im Jahr 2004 hat der Verein, wiederum nach einer Idee Ihres Chorleiters K.-H. Täffner den 1. Sängerwanderweg Deutschlands kreiert. Seit der offiziellen Einweihung am 16. Mai 2004 ist die Wanderroute nicht nur bei Sängern beliebt. Bereits 2005 wurde mit Weingütern aus Bockenheim und Kindenheim, die Wanderveranstaltung 1. Bockenheimer "WEIN per PEDES" entwickelt. 500 Gäste aus Nah und Fern nahmen daran teil. Am 14. Mai 2006 gibt es eine zweite Auflage.


Dirigenten bzw. Chorleiter:

1847-1848 Gerhard Kern
1857-1866 Gerhard Kern
1872-1878 Fritz Huppert
1878-1886 Heinrich Weyrich, Georg Ammon, Franz Thines
1886-1894 Georg Höchelsberger
1894-1996 Wilhelm Nebel
1896-1901 Rudolf Gillmann
1901-1905 Karl Berg
1906-1907 Friedrich Fell
1907-1911 Jakob Böshenz
1911-1913 J. Keidel
1913-1914 Fr. Borell
1919-1921 Jakob Metz
1921-1928 Theodor Lauermann
1928-1933 Emil Knissel
1949-1952 Heinrich Kessler
1952-1963 Lehrer Bösler
1963-1966 Klaus Kiefer
1966-1969 Willibald Franz
1969-1971 Hedwig Eiselstein, Veit Engler
1971-1989 Friedrich Schlatter
1989-        Karl-Heinz Täffner


Vereinsvorsitzende:

1847-1848 Nikolaus Zöller
1857-1866 Wilhelm Rösener
1872-1878 Ludwig Böll, Ludwig Lauermann
1880-1899 Johannes Böll (Festredner beim fünfzigjährigen Jubiläum am 20.Juni 1897)
1899-1901 Karl Hennrich und Friedrich Griebel
1901-1904 Gemeindesekretär Johannes Klingel
1904-1906 Heinrich Ebling
1906-1923 Gastwirt Philipp Lauermann
1923-1924 Franz Schroth
1924-1927 Landwirt Rudolf Renner
1927-1960 Landwirt Willy Griebel
1960-1961 Reinhold Trundt
1961-2001 Oskar Griebel
2001-        Ulrike Eymann


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