HISTORIE

BÜRGER

VEREINE

MUNDART

ZEITZEUGEN

FOTOALBUM

GESCHICHTEN

STARTSEITE

FAVORITEN


           Die Vereinsstrukturen










Der Zunftmeister, oder auch Burschenvater, ist der 1. Vorstand der Burschenschaft 1813 Bockenheim. Ihm stehen zehn Vorstandsmitglieder zur Seite, die gemeinsam mit ihm ein elfköpfiges Komitee bilden. Das Komitee übernimmt größtenteils organisatorische Arbeit zum Gelingen der Kerwe, des Lumpenballs oder anderen Festen, an denen die Burschenschaft beteiligt ist. An der eigenen Kerwe, sowie auf Bockenheimer Festen und Umzügen anderer Orte, hat das Komitee repräsentative Aufgaben, denen es entsprechend einer festgeschriebenen Kleiderordnung gerecht wird. Diese besteht aus echten "alten" (aber sehr gut erhaltenen) Fräcken und Zylindern, sowie einer weißen Fliege und weißen Handschuhen. In dieser Aufmachung erscheinen jeweils drei Mitglieder auf den Hochzeiten als Hänselrat. Die Aufgaben werden vom Komitee geteilt, ohne besondere Aufgabenbereiche einzelnen Mitgliedern zuzuteilen, d.h. es gibt eine Ausnahme, das Amt des Kassierers muss von einem Mitglied sorgfältig und gewissenhaft erfüllt werden.
Die Größe und Hierarchie im Komitee war nicht immer so. Aus alten Protokollbüchern geht hervor, dass z.B. 1895 das "Comitee" aus drei Personen und einem Zunftmeister bestand. Dies war noch bis zum Ende des 1. Weltkrieges so, erst in einem Protokollbuch des Jahres 1919 ist das Komitee um einen Schriftführer (und möglicherweise noch ein Mitglied) erweitert worden. In den sechziger und siebziger Jahren wurde das Komitee auf sechs Mann plus Burschenvater erweitert. Es gab nur noch teilweise ein Schriftführeramt. Um Arbeit und Organisation zu bewältigen, ist das Komitee momentan auf elf Mitglieder angewachsen, leider ohne festgewählten Schriftführer, da die Protokollbücher, wenn überhaupt, nur noch sehr schlampig geführt werden.
Neben allgemeinen Sitzungen, bei denen alle Mitglieder eingeladen werden, um Verschiedenes zu besprechen und zu bearbeiten, gibt es jährlich eine Generalversammlung, die noch vor der Kerwe einberufen wird. Diese läuft etwa folgendermaßen ab:
Zuerst wird das Komitee entlastet, d.h. die Mitglieder geben, falls dies der Fall ist, ihre Zufriedenheit mit der vom Vorstand geleistete Arbeit bekannt. Danach wird allgemein abgestimmt, ob es neue Wahlen für das Amt des Zunftmeisters geben soll, bei denen dann mehrere Kandidaten, die vorgeschlagen werden müssen, zur Wahl stehen. Jeder Anwesende hat eine Stimme, so dass das Amt durch einfache Stimmenmehrheit besetzt wird. Ist diese Aufgabe erledigt, folgt der zweite Wahlteil dieses Abends, die Aufstellung des Komitees, wobei hier zwischen zwei Wahlmöglichkeiten, Neu- oder Ergänzungswahlen, entschieden wird:
Bei Ergänzungswahlen müssen ausscheidende Komiteemitglieder ersetzt werden. Es werden Vorschläge für mögliche Nachfolger gemacht. Jeder Wähler hat nun die Anzahl der freiwerdenden Plätze im Vorstand als Stimmen. Auch hier genügen einfache Mehrheiten, um die neuen Vorstandsmitglieder zu ermitteln.
Bei Neuwahlen wird das gesamte Komitee aufgelöst und es werden Vorschläge für die neue Vereinsleitung gemacht, bis man mehr als zehn Burschen ermittelt hat, die diese Verantwortung übernehmen könnten. Jeder Wähler kann nun maximal zehn Stimmen verteilen, jedoch keine Person mehrfach erwähnen, da der Stimmzettel dadurch seine Gültigkeit verlieren würde. Wie bei allen Wahlen innerhalb dieses Vereins genügen auch hier einfache Stimmenmehrheit, um das neue Komitee zu erstellen.
Nach diesen freien und geheimen Wahlen, die von einem mehrköpfigen Wahlkomitee (das kurzerhand ermittelt wird) geleitet werden, steht der neue oder alte Zunftmeister (Burschenvater) mit seinem Komitee fest, der dann gemeinsam, bis zu der nächsten Generalversammlung, seine Arbeit im Dienste der Burschenschaft 1813 Bockenheim verrichtet.

Copyright © 2001 by www.bockenheim-historie.de   Copyright © 2001 by www.bockenheim-historie.de



[STARTSEITE] [WEGBESCHREIBUNG] [GÄSTEBUCH] [FAVORITEN] [KONTAKT] [INFO]