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Jakob Böshenz Schule
            "Jakob Böshenz Schule" Bockenheim








Im frühen Mittelalter gab es eine Schule wie im heutigen Sinne noch nicht. Nicht einmal alle Angehörigen des Leininger Grafenhauses konnten lesen und schreiben. Viel weniger vermochte es die bäuerliche Bevölkerung. Erst die Reformation brachte einen Wandel. In die Amtszeit Friedrich´s IV (Sohn des Kurfürsten Ludwig VI), fiel wahrscheinlich die Errichtung der reformierten Schule in Großbockenheim. Die ersten Lehrer waren Hilfsgeistliche auch Diakone genannt.
Durch Verfügung des Grafen Karl Ludwig von Leiningen vom 14.Oktober 1731 wurde in Großbockenheim neben der reformierten noch eine lutherische Schule gegründet.
1820 vereinigten sich die Reformierten und die Lutheraner zu einer protestantischen Kirchengemeinde und folglich wurden auch beide Schulen zu einer protestantischen Schule zusammengeführt. Den Unterricht erteilten zwei seminaristisch vorgebildete Lehrkräfte. Eine katholische Schule gab es während der Reformationszeit nicht. Erst am 15. Juli 1700 gewährte Graf Johann Friedrich von Leiningen den Großbockenheimer Katholiken freie Religionsausübung. Als Gründer der katholischen Schule ist wohl Graf Karl Ludwig anzusehen, der 1737 zum katholischen Glauben übertrat. Nachdem diese Schule kaum zwei Dutzend Kinder umfasste, unterrichtete dort stets nur eine Lehrkraft.
Die protestantische Schülerzahl war inzwischen auf weit über 100 Kinder angewachsen. Sie wurden ebenfalls von einem Lehrer betreut, dem außerdem die Gemeindeschreiberei und das Amt des Kirchenrechners oblag. Mit den beiden Geistlichen im Dorf kam der kluge Bürgermeister Karl Klingel 1865 überein, die beiden Schulen zusammenzulegen (Simultanschule).
Eine andere Entwicklung nahmen die schulischen Verhältnisse in Kleinbockenheim. Graf Emich XI. erwarb 1582 für 13000 Gulden das Kleinbockenheimer Klostergut und errichtete neben der lutherischen Pfarrei auch eine lutherische Schule.
Des 30jährigen und orleanischen Krieges wegen, schweigen dann die Urkunden. Am Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts unterrichtete ein Diakon an der lutherischen Volksschule Kleinbockenheim. Es bestand keine allgemeine Schulpflicht.
Der erste vorgebildete Lehrer trat 1811 in Kleinbockenheim seinen Dienst an. Die Entlohnung bestand meistens in Naturalien.
1882 war die Schülerzahl auf weit über 100 Kinder angewachsen. Oberlehrer Kuhn unterrichtete damals 129 Kinder.
Im Jahre 1883 wurde eine zweite protestantische Schulstelle errichtet. Seitdem wirkten bis zum Beginn des Schuljahres 1935/36 an der Kleinbockenheimer Schule zwei Lehrer.
Jahrzehntelang vereitelten eingefleischte Sonderrechtler den schulischen Zusammenschluss der Schwestergemeinden. 1935 wurde die Vereinigung Wirklichkeit. Ein Lehrer war höchstens mit 2 Klassen betraut. Drückend blieb jedoch die Schulraumnot. Ein Gastwirtsaal und die Kindergartenbaracke dienten zusätzlich als Unterrichtsräume.
1955 entschlossen sich die Ratsherren beider Gemeinden Karl Böll (Bürgermeister Großbockenheim) und Jakob Blasius (Bürgermeister Kleinbockenheim) zum Bau eines gemeinsamen, neuzeitlichen Schulhauses. Durch das Entgegenkommen der Familie Janson, war es möglich, das neue Haus als Bindeglied mitten zwischen die beiden Ortsteile zu setzen. Acht Lehrsäle gaben dem schulischen Wirken neue Entfaltungsmöglichkeiten.
Als Vorkämpfer muss in diesem Zusammenhang unser Ehrenbürger Jakob Böshenz genannt werden, der diesen Bau in lebenslangem, unermüdlichem Bestreben ersehnt und immer für seine Verwirklichung gearbeitet hat.


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