HISTORIE

BÜRGER

VEREINE

MUNDART

ZEITZEUGEN

FOTOALBUM

GESCHICHTEN

STARTSEITE

FAVORITEN

Wappen v.Bockenheim
           Vereinigung








Die Zusammenlegung der beiden Schwestergemeinden Groß- und Kleinbockenheim, zu einer politischen Gemeinde Bockenheim a.d.Weinstr. ist das seit Jahrzehnten bedeutsamste Ereignis, das sich im Jahre 1956 an der Nordkante der Pfalz abspielte. In der Nummer 24 des Gesetz- und Verordnungsblattes für das Land Rheinland Pfalz vom 17. Juli 1956 erschienen auf Seite 87 folgende Zeilen:

Landesgesetz
Über die Auflösung der Gemeinden Großbockenheim und Kleinbockenheim und über die Neubildung einer Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße.

Vom 11.Juli 1956

Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

Abschnitt I
Auflösung und Neubildung von Gemeinden

§ 1
Die Gemeinden Großbockenheim und Kleinbockenheim werden aufgelöst.
§ 2
Es wird eine Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße gebildet.
§ 3
Die Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße besteht aus den Gemarkungen der bisherigen Gemeinden Großbockenheim und Kleinbockenheim.

Abschnitt II
Ortsrechte

§ 4
In der neugebildeten Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße bleibt das bisherige Ortsrecht bestehen, bis eine anderweitige Regelung durch die Organe der neugebildeten Gemeinde getroffen wird.

Abschnitt III
Gemeindevertretung und Gemeindeverwaltung

§ 5
(1) Die Gemeindevertretung der Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße wird erstmalig in den im Herbst 1956 nach dem Gemeindewahlgesetz vom 27. September 1948 (GVBI. 348) in der Fassung vom 13. September 1952 (GVBI. S. 127) durchzuführenden allgemeinen Wahlen gewählt.
(2) Soweit der Wohnsitz oder der Aufenthalt in der Gemeinde für Rechte und Pflichten maßgebend ist, wird die Dauer des Wohnsitzes oder des Aufenthaltes in den bisherigen Gemeinden Großbockenheim und Kleinbockenheim auf die Dauer des Wohnsitzes oder des Aufenthaltes in der neuen Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße angerechnet.
§ 6
Bis zur Bildung der Gemeindevertretung der neuen Gemeinde (§ 5 Abs. 1) und bis zur Wahl ihres Gemeindevorstandes wird die Verwaltung der Gemeinde durch einen Beauftragten geführt, den die Aufsichtsbehörde bestellt. Der Beauftragte hat insbesondere die im Herbst stattfindenden Wahlen zu der Gemeinde-, Kreis- und Bezirksvertretung vorzubereiten und durchzuführen sowie einen vorläufigen Haushaltsplan aufzustellen.

Abschnitt IV
Rechtsnachfolge und Inkrafttreten

§ 7
(1) Die neue Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße ist Rechtsnachfolgerin der aufgelösten Gemeinden Großbockenheim und Kleinbockenheim.
(2) Das gesamte Vermögen der Gemeinden Großbockenheim und Kleinbockenheim geht auf die neugebildete Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße mit allen Rechten und Pflichten über.
§ 8
Das Gesetz tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1956 in Kraft.

                       Mainz, den 11. Juli 1956

                                    Der Ministerpräsident
                                          A l t m e i e r



Zum Verfechter der Einheit wurde der nimmermüde Lehrer und Forscher Jakob Böshenz. An der Schule, die er 1934 zusammenführte, zeigte er seinen Mitbürgern die segensreichen Auswirkungen eines gemeinsamen Schaffens. Sein Ziel, sein Ideal, war das gemeinsame Schulhaus in einem geeinten Bockenheim. Obwohl es schon mehrere gemeinsame Einrichtungen gab (Sportverein, Theatergruppe, Jagdgesellschaft, Jugendgruppe der Pfälzer Bauern- und Winzerschaft, Flüchtlingsorganisation, Siedlungsgemeinschaft, VDK Ortsgruppe Bockenheim), gelang es den Gemeinderäten aus Klein- und Großbockenheim nicht, den 1947 unternommenen Versuch, beide Gemeinden zu vereinen, zu verwirklichen. Die Bürgermeister beider Ortschaften Johannes Ruser (Großbockenheim) und Christoph Christ (Kleinbockenheim) schafften es nicht die Gemeinderäte von einer solchen Veränderung zu überzeugen. Keiner wollte die Verantwortung übernehmen, weil man sich nicht so leicht von den gegebenen Verhältnissen trennen konnte.
Neue Männer und andere Begebenheiten mussten kommen.
Die von der Aufsichtsbehörde nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges unterlassene Klärung der schulischen Verhältnisse führte am 17.März 1954 zu einer wichtigen gemeinsamen Sitzung beider Gemeinderäte, auf der Landrat Hammer einen aufklärenden Vortrag hielt. Die sich anschließende lebhafte Aussprache gipfelte in dem Gedanken des Bürgermeisters Böll, dass ein Schulhausneubau einmal die Krönung des Zusammenschlusses der beiden Gemeinden bilden soll.
Anlässlich des ersten Spatenstiches (9. Juli 1955) beschlossen die Gemeinderäte im Interesse des öffentlichen Wohls, aus Großbockenheim und Kleinbockenheim eine einzige Gemeinde mit dem Namen "Bockenheim a. d. Weinstr." zu bilden. Dieser Beschluss ging am 12. Juli 1955 über das Landratsamt in die Landeshauptstadt Mainz und die Gesetzesmaschinerie konnte in Tätigkeit treten.
Nach einer über sechshundertjährigen Trennung, begann nun am 1. Oktober 1956 mit dem Inkrafttreten des Landesgesetzes, ein neuer Abschnitt in der Geschichte Bockenheims.


Copyright © 2001 by www.bockenheim-historie.de   Copyright © 2001 by www.bockenheim-historie.de



[STARTSEITE] [WEGBESCHREIBUNG] [GÄSTEBUCH] [FAVORITEN] [KONTAKT] [INFO]