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Von den Kalkhügeln die dem Donnersberg vorgelagert sind, zieht sich die Bockenheimer Gemarkung als etwa 4 km breites Rechteck dem Rhein zu, während ein ebenso langer und halb so breiter Streifen als Großbockenheimer Obergemarkung über die Hochfläche der erwähnten Hügelkette sich nach Westen zieht. So gehört die Gemarkung zum Teil dem Hochland und zum anderen Teil der rheinischen Tiefebene an. Die Entstehungsgeschichte des Rheintals dürfte demnach auch der Werdeprozess unserer heimatlichen Umgebung einschließen.
Vor vielen Jahrmillionen begann das heiße Antlitz der Erde langsam zu erkalten, eine feste Haut überdeckte die innere Glut. Die sie umhüllenden Wasserdämpfe einer überheißen Atmosphäre, ebenfalls abkühlend, schlugen sich als Wasser nieder und begruben das felsige Urgestein. Das mittlere Europa und das heutige Rheingebiet standen unter Wasser. In ruhiger Aufeinanderfolge lagerten sich nun verschiedene, zum Teil mächtige Schichten von Sandstein, Muschelkalk, sandigem Ton und Steinsalz ab. Die folgende Juraperiode überflutete unsere Gegend noch weit stärker und tiefer. Aber gegen Ende dieser Zeit erlebte die Entstehungsgeschichte eine gewaltige Veränderung. Die vulkanischen Gewalten des Erdinneren hoben den Meeresboden hoch empor, eine große Insel bildend, die ganz Südwestdeutschland umfasste und sich durch die nun folgende Kreidezeit erhielt. In der anschließenden Periode (Teritärzeit), in der die Erdkruste mehr und mehr erkaltete, bildete sich die Braunkohle. Bei diesem Zusammenziehen und Infaltenlegen zerbrach naturgemäß die Oberfläche und einzelne Schollen glitten in die Tiefe oder schoben sich seitlich in die Höhe. Es entstanden Berge und Täler. Die zerbrochenen Schollen senkten sich nach und nach über 1000 Meter tief in einen lang gestreckten süd- nördlich gerichteten Graben, in den von Süden her das Meer wieder eindrang. Das heutige Rheintal, der Schwarzwald, der Odenwald, die Vogesen und die Haardt bildeten die Ufer des neuen süddeutschen Meeres. Auf dem Grund dieses Meeres setzten sich sandige, kalkige und geröllreiche Schichten ab und ließen es seichter und seichter werden. Weitere Verschiebungen in der Erdkruste unterbrachen die Verbindung mit dem offenen Meer. Es entstanden Binnenseen, deren Becken durch die von einmündenden Flüssen mitgebrachte Schlammassen, Geröll, Sand und Schutt, immer mehr ausgefüllt wurden. Es bildete sich in diesem Zeitraum immer mehr der Boden der heutigen Rheinebene. Dieser Bildungsgeschichte entsprechend, besteht der zur Ebene zählende Teil der Bockenheimer Gemarkung aus Schwemmboden- wechselnd mit Kies, Sand, kalkigem Geröll, Lehm und Moorboden. Die Hügel im Westen sind, wie die Muschel- und Schneckenkalke beweisen, Kalkablagerungen des Teritärmeeres. Die höchste Erhebung der Bockenheimer Gemarkung ist der Höhenzug, der sich, das Eistal entlang, nach Quirnheim hinzieht, bis zu einer Höhe von 317 Meter ansteigt und den Namen Gerstenberg trägt. Die unmittelbar nach Großbockenheim in zwei Terrassen abfallenden Hänge heißen St. Petersberg, Sonnenberg und Fahnenberg. Der Gipfel bildet eine nach Westen ziehende Hochebene, auf welcher sich die Obergemarkung auf 3 Kilometer erstreckt. Nahe der Westgrenze soll früher ein altes Steinkreuz (Betstation für kirchliche Bittgänger) gestanden haben, bei dem man Schutz vor dem aus dem Eistal kommenden Hagelwetter suchte. Hagelkreuz hieß dieses und von ihm erhielt die ganze Gewannlage den ihr bis heute verbliebenen Namen.
Vom Pfrimmtal aus, steigt auf der Kleinbockenheimer Seite der breitflächige Kahlenberg bis auf 307 Meter Höhe auf.
Die tiefste Stelle der Ortsgemarkung, liegt an deren östlichen Grenze, zwischen Hohensülzen und Offstein auf 120 Meter Meereshöhe. Nördlich durchquert eine tiefe, schmale Talschlucht den Kahlenberg, die sogenannte Klamm.
Das Quertal zwischen Klein- und Großbockenheim ist die Halde, von deren buchenbewaldeten Höhen einst ein mächtiger Bach hinunterrauschte.
Raum für ausgedehnte Wiesen , Weiden und Sümpfe boten die nach Obrigheim und Offstein ausgerichteten Gewanne (Weide, Pfingstweide, Ange, Brübel).
Lage und Bodenbeschaffenheit begünstigen ganz besonders den Wein- und Obstanbau.
1922 betrug die Gesamtfläche der Gemarkung von Großbockenheim 602 ha (2408 Morgen); wovon auf die Obergemarkung 215 ha und auf die Untergemarkung 387 ha trafen. Mit Wingerten angelegt wurden 105 ha, der Rest, 497 ha ist Ackerland. Der Gesamtbesitz von Kleinbockenheim belief sich auf 400 ha, davon 100 ha Weinberge u. 300 ha Ackerland.
Eine ganze Reihe bequemer Verbindungswege schuf die in den Jahren 1911 bis 1914 durchgeführte Flurbereinigung in Großbockenheim, die auch insofern große Vorteile brachte, als eine Unmenge kleiner Aderparzellen, wie sie infolge der in der Pfalz seit alters üblich gewesenen Erbschaftsteilungen entstanden waren, zu großen Grundstücken zusammengelegt wurden.
Die Grenzen von Bockenheim seien zum Schluss noch aufgeführt:

Im Norden: Hessische Landesgrenze, Monsheim, Wachenheim a.d. Pfrimm.

Im Westen: Kindenheim und Quirnheim.

ImSüden: Albsheim, Mühlheim,Grünstadt.

Im Osten: Offstein und Hohensülzen.



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