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        Chronik Mundartdichterwettstreit













Im Herbst 1951 veröffentlichte die Zeitschrift "Pfalz und Pfälzer" folgende Sätze: "Wie wäre es mit einem Mundartdichter-Wettbewerb neben einem Weinwettstreit? Glaubt man nicht, dass in der ganzen Pfalz so viele Mundartdichter zusammenkommen könnten, um, sagen wir einmal, das schönste Mundartgedicht des Jahres zu eruieren? Pfälzisch, dabei unter Einschluss des rheinhessischen und kurpfälzischen Gebietes. Die Spalten unserer Heimatpresse bringen immer viele Proben mehr oder weniger begabter Talente, dass es sinnvoll wäre, wenn sie sich einmal im Jahr dem Volk und einem sachverständigen Preisrichterkollegium stellen sollten. Wir geben diesen Gedanken lediglich einmal zur Anregung und Diskussion an eine breite Öffentlichkeit weiter, die sich bestimmt für eine solche Repräsentation der ganzen Pfalz interessieren dürfte".
Der Artikel nahm die pfälzischen Weinlesefeste zum Gegenstand, denen allgemein ein höheres Niveau gewünscht wurde. Insbesondere wurden die Stadtväter von Grünstadt angesprochen, um dem Weinwettstreit ein kulturelles Gepräge zu geben. Der Wurstmarkt, das Weinlesefest in Neustadt, das weinfröhliche Edenkoben und schließlich Bockenheim mit dem Winzerfest wurden erwähnt.
Gerade in den Ort Bockenheim hatte man einige Erwartungen gesteckt, da man mit dem Heimatdichter Jakob Böshenz, einen Fachmann im Dorf hatte, der einige Anregungen auf diesem Gebiet geben könnte.
Die Idee wurde zunächst gar nicht beachtet. In Grünstadt nahm man es dem Verlag, der den Zeitungsartikel verfasste geradezu übel, dass er solch eine Anregung im Hinblick auf ein spezielles Fest geäußert hatte.
In Bockenheim fand man für die Idee bei dem Lehrer Hans Bößler und dem Gemeindesekretär Hans Niederberger ein offenes Ohr. Auch die beiden Bürgermeister Karl Böll und Jakob Blasius, denen anschließend die Sache vorgetragen wurde, waren sofort einverstanden und stellten alle Unterstützung in Aussicht. Es lag ihnen vor allem an Bockenheim und seinem Winzerfest, das einen neuen Glanz erhalten sollte. Jakob Blasius war außerdem ein heimlicher Poet, der selber gelegentlich Verse schrieb, während Karl Böll eher die praktische Seite favorisierte. Ihm ist es vor allen Dingen zu verdanken, dass durch die Jahre hindurch die organisatorischen Dinge in Zusammenarbeit mit Oberinspektor Niederberger und Lehrer Bößler wahrgenommen worden sind.
Der Schutzverband deutscher Schriftsteller und darüber hinaus eine Reihe von Organisationen fühlten sich der Sache verbunden: Der pfälzische Fremdenverkehrsverband, die pfälzische Weinwerbung, die Zeitung "Die Rheinpfalz", der Rundfunk usw., bis es 1953 endlich soweit war.
So kamen sie denn alle, die Zuhörer und die Vortragenden aus der näheren und weiteren Umgebung der Pfalz. Viele neue Talente haben sich in Bockenheim einen Namen gemacht und ältere Matadoren wie Fritz Blümlein aus Grünstadt und der Lehrer und Schriftsteller Ludwig Dietmann aus Beindersheim fühlten sich bei der Veranstaltung bestätigt.
DasS Jakob Böshenz starb, war ein großer Verlust, wenn er auch den Kollegen von der Mundartdichtung, mehr ein stiller Freund und Helfer war. Sein Dasein gab der Veranstaltung vor der Gemeinde und ihren Bürgern, die zum großen Teil in der Schulbank vor ihm gesessen hatten, Ansehen und Würde.
Nach über 50 Jahren Mundart in Bockenheim, kann man stolz und zufrieden sein, dass aus einer kleinen Idee sich ein bleibender Begriff entwickelt hat.

Preisträger früherer Tage


1.Preis 1954 Wolfram Hockel
1.Preis 1955 Fritz Blümlein
1.Preis 1956 Susanne Faschon
1.Preis 1957 Jakob Hill
1.Preis 1958 Friedrich Wetzler
1.Preis 1959 Erwin Burgey
1.Preis 1960 Liesel Ott

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