HISTORIE

BÜRGER

VEREINE

MUNDART

ZEITZEUGEN

FOTOALBUM

GESCHICHTEN

STARTSEITE

FAVORITEN


           Turn u. Sportverein Bockenheim











Eine Gemeinschaft von Sportinteressierten bildet den Turn- und Sportverein Bockenheim. Er wurde als "Turnverein Kleinbockenheim" 1886 gegründet und am 27.9.1904 ins Vereinsregister eingetragen. Maßgeblich an der Gründung beteiligt waren die damaligen Vorsitzenden Jakob Schütthelm und Johann Gabelmann. Die sportlichen Aktivitäten beschränkten sich in den Gründerjahren ausschließlich auf das Turnen. Mangels eigener Räumlichkeiten fand der Turnbetrieb über 30 Jahre lang in einem Tanzsaal, bzw. in der alten Obsthalle statt. Größere Turnfeste wurden auf freiem Feld veranstaltet. 1923 war der Verein unter Karl Bogen endlich in der Lage eine Vereinshalle zu errichten. Es war eine Fachwerkhalle die in Einselthum abgebaut, mit Pferdewagen nach Bockenheim transportiert und auf dem von den Brüdern Heinrich und Karl Böll gestifteten Grundstück an der Weihergasse errichtet wurde. Der Arbeitsaufwand war so gewaltig, dass sich zwei Vereine, nämlich der Turnverein und der Gesangverein "Frohsinn" Kosten und Arbeit teilten und darüber hinaus die Hilfe der Burschenschaft in Anspruch nahmen. Die so entstandene Turnhalle war fortan Heimstätte beider Vereine, bis sie 1988 von der Gemeinde übernommen und zur "Festhalle Emichsburg" umgebaut wurde. Die Burschenschaft hatte bis dahin unentgeltliches Gastrecht.
In den zwanziger Jahren taten sich in der Gemeinde Fußballfreunde zusammen, denen die Aufnahme als eigenständige Abteilung im Turnverein anfänglich verwehrt wurde. Nachdem sich die fußballbegeisterte Jugend mehr und mehr mit der neugegründeten Spielvereinigung identifizierten, revidierte der Turnverein seine Haltung und ließ 1930 unter dem Vorsitz von Karl Böll und Karl Hennrich den Fußballsport zu. Zunächst spielte man auf einem gepachteten Grundstück unterhalb der Bahnschienen in der Gewanne "Auf der Weide". Im Zuge einer Flurbereinigung gaben viele Grundbesitzer jeweils einige Quadratmeter Boden zur Anlage eines Sportplatzes ab, die 1932 in der Gewanne "Wasserrust" zusammengelegt wurden. Dieses 75 a große Ackergelände konnte dann gegen die Wiese des Schlossgutes Janson bei der Turnhalle pachtweise getauscht werden. Der dort angelegte Sportplatz ging 1958 durch Tausch und Kaufpreiszuzahlung der Gemeinde in das Vereinseigentum über. Zur Verbreiterung des Sportplatzes hat die Gemeinde dem Verein später noch einen Geländestreifen von ca. 25 a zur Nutzung überlassen. In den dreißiger Jahren wurde neben dem rückläufigen Turnbetrieb sehr erfolgreich, zeitweise mit drei aktiven Mannschaften Fußball gespielt. Mit der Aufnahme des Fußballsports wurde im Jahre 1930 auch der Vereinsname in "Turn und Sportverein Kleinbockenheim e.V." geändert.
Da nach dem zweiten Weltkrieg die Tätigkeit der früheren Turn und Sportvereine vorübergehend durch Erlass der Besatzungsmächte verboten wurde, gründete man 1946, um dennoch den Sportbetrieb ausüben zu können, den "Allgemeinen Sportverein Bockenheim" dem die Herren Fuchs und Weber vorstanden. In dem neuen Verein wurden vielfältige Aktivitäten entwickelt: Fußball, Damen-Handball, Leichtathletik und Turnen. Die erste Fußballmannschaft wurde bereits in der ersten Saison Kreismeister und stieg in die Bezirksklasse auf. Auch die Handballerinnen waren sehr erfolgreich. Der Verein löste sich aber wieder auf, als 1950 der frühere "Turn- und Sportverein Kleinbockenheim" unter dem Vorsitzenden Heinrich Neu und Johann Heise erneut ins Leben gerufen wurde und in ihn die Mitglieder des "ASV" geschlossen übertraten.
Nach der Zusammenlegung der beiden Gemeinden Groß- und Kleinbockenheim im Jahre 1956, schloss sich 1958 auch der "Turnverein Großbockenheim", der seine Aktivitäten bereits in den dreißiger Jahren eingestellt hatte, dem "TUS (später TSV) Bockenheim" an. Eine Bereicherung auf sportlichem Gebiet entstand dadurch, dass am 9.11.1966 der Radfahrverein "Frisch auf" aus Großbockenheim, der in 60-jähriger Geschichte zahlreiche Erfolge zu verzeichnen hatte, seine Eigenständigkeit aufgab und als weitere Abteilung Aufnahme fand.
Der oben genannte "Turnverein Großbockenheim" war auf Betreiben der zwei Brüder  Niederberger im Jahre 1890 gegründet worden. Er muss in seinen Anfängen unter der Vorstandschaft Wilhelm Lauermann, Jakob Wurm, Philipp Wilhelm und Heinrich Bader besonders rührig gewesen sein, was aus der Tatsache hervorgeht, dass man bereits nach 5-jährigem Bestehen die Austragung des Gauturnfestes übernommen hatte. Der rege Turnbetrieb wurde in den Wintermonaten im Saal von Philipp Lauermann und in den Sommermonaten im Garten des Adolf Baum, später an der Waschbach durchgeführt, ehe 1908 ein Grundstück erworben und darauf ein vereinseigener Turnplatz geschaffen wurde. Im Jahre 1928 konnte sogar eine Turnhalle gebaut werden, die nach dem Krieg wegen zu starker Beschädigung abgerissen werden musste. Nach dem zweiten Weltkrieg bemühten sich unter anderem die Herren Wilhelm Deutscher, Theodor Lauermann, Heinrich Martens, Karl-Friedrich Hetterich, Heinrich Bach, K.W. Lauermann, Edmund Trundt, Jakob Müller den Turnbetrieb wieder aufzunehmen, leider mit wenig Erfolg.
Im Jahre 1953 wurde vor der Turnhalle des "TUS Bockenheim" eine Toilettenanlage als Kellergeschoß gebaut, die 1960/61 eine Erweiterung zur Unterbringung von Umkleideräumen und Duschgelegenheiten erfahren hat. Auf dieses Kellergeschoß wurde 1963-65 ein Vereinsheim, die heutige Vereinsgaststätte "Emichsburg" gebaut.
1969 errichtete man eine Flutlichtanlage. Sparmaßnahmen der Gemeinde führten 1970 zur Übernahme des Weinausschankes im Festzelt und in der Weinkosthalle während des Winzerfestes durch die Mitglieder des TUS. Aufgrund der hohen Mitgliederzahl kann diese Aufgabe auch heute noch wahrgenommen werden, was nicht zuletzt die Haupteinnahmequelle des Vereins darstellt.
Nach Zerstörung der Sportplatzoberfläche durch einen Gewitterregen (Überschwemmung von nahezu einem Meter) wurde 1972 das gesamte Sportgelände in Eigenleistung als Tennenplatz einschließlich Drainage neu ausgebaut. Darüber hinaus zeigte sich das langjährige Mitglied Karl Martin für die Bohrung eines Brunnens verantwortlich. Daneben errichtete man einen Wassererbehälter, auf dem ein Gebäude zur Unterbringung von Geräten Platz fand. Der unbefestigte Parkplatz vor der Gasstätte legte man 1977 mit Verbundsteinen aus.
1982 verlegte man eine Sportplatzberieselungsanlage in Eigenleistung. Nach langen und zähen Verhandlungen trat man 1988 ebenso wie der Gesangverein sein Halbanteil der Turnhalle an die Gemeinde zwecks Umbau einer Festhalle ab. Dieser Schritt führte bei verschiedenen Mitgliedern des TUS zu heftigen Diskussionen, die, die Meinung vertraten, die Halle auf eigene Kosten umzubauen und den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Allerdings hätte der Gesangverein seinen Anteil dem Sportverein überlassen müssen, was er ohne Gegenleistung logischerweise nicht tat. Um dies trotzdem bewerkstelligen zu können, wäre ein enormer Kostenaufwand entstanden, den der TSV zu dieser Zeit nicht aufbringen konnte (wollte). Somit setzte sich die Mehrheit der damaligen Vorstandschaft unter dem Vorsitz von Walter Wilhelm durch und tauschte seinen Anteil gegen ein an das Vereinsgelände angrenzendes Grundstück, auf dem zwischen den Jahren 1989 und 1991 ein Gebäude mit zwei vereinseigenen Bundeskegelbahnen errichtet wurde. Außerdem sind in dieser Zeit unter gleichem Dach, neue Sanitäranlagen und zwei Umkleideräume mit Duschgelegenheiten im Rohbau entstanden. Maßgeblich beteiligt an diesem in Eigenleistung errichteten Projekt waren in erster Linie die ehrenamtlichen Helfer Heinz Schneider, Friedel Schmitt, Willi Zengerle, Walter Vautz, Adolf Beenke, Karl Happersberger, Günter Mattern und vor allen Walter Wilhelm. 1994 investierte der Verein in einen neuen Sportplatzbelag (roter Steinsand), ehe man 1995 das Geld für den Innenausbau der Umkleidekabinen und Duschräume sowie der Befestigung des Stellplatzes neben der Kegelbahn bereitstellen konnte.
Seit Gründung im Jahre 1886 bis 1930 waren, wie bereits erwähnt, die Herren Jakob Schütthelm, Johann Gabelmann und Karl Bogen für die Vereinsleitung verantwortlich.

1930 - 1945 Karl Böll (1. Vors.) Karl Hennrich (2. Vors.)
1946 - 1950 Karl Fuchs (1. Vors.) Karl Weber (2. Vors.)
1950 - 1954 Heinrich Neu (1. Vors.) Johannes Heiser (2. Vors.)
1954 - 1965 Wilhelm Schütthelm (1. Vors.) Karl Hennrich, Reinhold Trundt, Willi Blasius (2. Vors.)
1965 - 1980 Werner Mattern (1. Vors.) Willi Blasius, Willi Westermann, Werner Kohl, Walter Wilhelm (2. Vors.)
1980 Werner Mattern wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
1980 - 1992 Walter Wilhelm (1. Vors.) Wolfgang Dörr, Ludger Heissler, Werner Kohl (2. Vors.)
1992 Walter Wilhelm wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
1992 - 1996 Ludger Heissler (1. Vors.) Udo Happersberger (2. Vors.)
1996 - 2000 Klaus Mattern (1. Vors.) Hedwig Ackermann (2. Vors.)
2000 - 2004 Horst Kern (1. Vors.) Hartmut Biedinger (2. Vors.)
ab 2004 Klaus Mattern, Hartmut Biedinger, Walter Vautz (gleichberechtigte Vorstände)



Zum 110 jährigen Bestehen (1996), verfügte der Verein über sechs Abteilungen mit insgesamt 160 aktiven Sportlern.

Für Kinder und Jugendliche wurde zu diesem Zeitpunkt Kinderturnen, Tischtennis, Fechten und Fußball angeboten, das ca. 120 Kinder nutzten.

Unter der Vereinsführung von Klaus Mattern beteiligte man sich erstmals, zusammen mit dem VFR Grünstadt an der Durchführung (Bewirtung) des Weinstraßenmarathons, der alle 2 Jahre in Bockenheim ausgetragen wird.

Für Bockenheimer Bürger, die in keiner aktiven Mannschaft aktiv sind, besteht alljährlich die Möglichkeit an einem Jedermannsturnier (Fußball und Tischtennis) teilzunehmen.

Der Verein hat sich in all den Jahren seines Bestehens zu einem wichtigen Bestandteil der Gemeinde Bockenheim entwickelt und das nicht nur in sportlicher, sondern auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Das sind Gründe genug um den Verein seitens der Gemeinde in seinem Fortbestehen zu unterstützen. Lästige Diskussionen nach dem Wechsel der Gemeindeverwaltung über Hallennutzungsgebühren (Emichsburg) führten im Jahre 2000/01 zu Auseinandersetzungen mit dem TSV. Schwere Zeiten brachen ab sofort auch für alle Freunde des Fußballs an. Nach einer größeren Personalnot, die sich schon länger ankündigte, war man gezwungen mit dem Nachbarort Kindenheim eine Spielergemeinschaft einzugehen, die gerade mal zwei Jahre Bestand hatte und mit dazu führte, dass danach in Bockenheim der Spielbetrieb ganz eingestellt wurde. Keiner wollte mehr so recht den Verein aktiv vertreten, geschweige denn die Verantwortung übernehmen. Spieler die schon immer sehr ungerecht mit dem Verein haderten, ließen ihn zum Schluss ganz im Stich.
Im Jugendbereich hatte man zeitweise nur noch zwei Mannschaften gemeldet, die wegen der Personalnot und der schlechten Platzverhältnisse in Bockenheim mit dem Verein "SG Unteres Eistal" fusionierten.
2003 sorgte die Vereinsführung unter Horst Kern für die Errichtung einer neuen Flutlichtanlage verbunden mit der Hoffnung, schnellstmöglich wieder eine Aktive Fußballmannschaft auf die Beine zu stellen, was für die Spielrunde 2004/2005 gelingen sollte. Einige ehemalige Bockenheimer taten sich zusammen und beendeten damit eine lange Durststrecke.
Gleichzeitig mussten schwerwiegende Probleme in der Vereinsführung bewältigt werden. Nachdem Horst Kern nicht mehr als Vorstand zur Verfügung stand, gab es zunächst niemand der diesen Posten übernehmen wollte.
Mit einer Satzungsänderung löste man nach endlosen Diskussionen das Problem. Die Generalversammlung wählte am 14.05.2004, für die Dauer von zwei Jahren, drei gleichberechtigte Vorstände(Klaus Mattern, Hartmut Biedinger, Walter Vautz), die sich die Geschäftsbereiche untereinander aufteilen.
Im Jahre 2004 wurde wiederum der Sportplatzbelag erneuert um einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb der neu entstandenen Fußballmannschaft zu gewährleisten.
Nachdem gleich im ersten Jahr die Meisterschaft in der Kreisklasse errungen werden konnte entstand in Bockenheim eine neue Fußballeuphorie.



1. Chronik der Abteilung Tischtennis
1. Chronik der Radsportabteilung


Copyright © 2001 by www.bockenheim-historie.de   Copyright © 2001 by www.bockenheim-historie.de



[STARTSEITE] [WEGBESCHREIBUNG] [GÄSTEBUCH] [FAVORITEN] [KONTAKT] [INFO]